théâtre pour le moment [Bern] evoé performing art



Quartett für 4 Schauspieler



- eine szenische Komposition -

von Boguslaw Schaeffer











-> Eingeladen zum THEATERZWANG 2004, Festival Freier Theater NRW in Dortmund!!!









Kontakt:
evoé performing artists evoe.artists@web.de, [André Erlen +49 173 839 7273]
théâtre pour le moment s.h.kraft@web.de, [Stefan H. Kraft +41 79 255 4485]


Quartett für 4 Schauspieler




Autor  Boguslaw Schaeffer 
Regie  André Erlen 
Darsteller  Francoise Boillat (Schweiz)Alexandra Schauwienold (Deutschland)Stefan H. Kraft (Deutschland)Oleg Stefan (Ukraine) 
Musikdramaturgie und Training  Mariana Sadovska 
Schauspieltraining  Jan Peszek 
Dramaturgie  Judith Wilske 
Video  Marcell Panne 
Ton  Gilbert Eiche 
Bühne  Miriam Möller/ André Erlen 
   



Deutsche Premiere Forum Freies Theater Düsseldorf, Mai 2003
Schweizer Premiere Dampfzentrale Bern, September 2003
Gefördert durch Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW; Por Helvetia, Stadt, Kanton und Burgergemeinde Bern; Migros Kulturprozent, KLUBB

->Quartett für 4 Schauspieler wird in Deutsch, Englisch, Französisch und Ukrainisch gespielt!
-> Das Projekt begann mit einem Intensivworkshop mit dem polnischen Schauspieler Jan Peszek im Grotovski Zentrum Wroclaw





Zitate aus Kritiken zu "Quartett für 4 Schauspiele

„Rasantes Spiel der Schauspieler-Musiker“
NRZ, Patrick Starbatty

„Großer Applaus für die Schauspieler! Francoise Boillat, Alexandra Schauwienold, Stefan H. Kraft und Oleg Stefan meistern die sprunghaften Übergänge mit bester Mimik“
WZ, Martina Thöne

„Geräusche, Wort- und Klangkollagen, verschiedene Sprachen, die ohne Übersetzung nahtlos aneinander anknüpfen, szenische Darstellung, Performance, Pantomime und epileptische Anfälle untermalen den Kampf der Kunst, sich selbst vor dem Hintergrund unserer Zeit zu definieren.“
RHEINISCHE POST, Britta Willeke

„Die vier Protagonisten [...] fügen sich nicht in das Muster aus Erster und Zweiter Geige, Bratsche und Cello, ein jeder reißt das Zepter an sich und betreibt eine Nabelschau, wobei man einander zu bloßer Staffage des eigenen Lebens degradiert. Ein starker Moment: Zwei Pärchen beginnen einen Flirt, wobei der eine erzählt und der andere aktionistisch aufmerksames Zuhören mimt.“
NRZ, Patrick Starbatty


Kurze Einführung:

Das Quartett für 4 Schauspieler des polnischen Komponisten und Theaterautor Boguslaw Schaeffer läßt zwei Männer und zwei Frauen, besetzt wie die Instrumente eines Streichquartetts, zu einem klassischen Konzert antreten; doch sie sind zugleich Spieler und Instrumente.
In dem Versuch, als Quartett Harmonie zu erschaffen, scheitern sie ein ums andere Mal an ihren Individualitäten; Obsessionen, Vielstimmigkeit und Chaos treten zutage - und doch bemühen sich die Akteure immer wieder um Sinn und Konsens. Aber wenn jeder Geste und jedem Wort eine bizarre Komposition zugrunde liegt, führt ihr Kampf unweigerlich in absurd-komische Abgründe. Folglich steht am Ende der 25 Szenen oder besser Runden statt eines großen Finales ein fragiler Schlußakkord.
Der junge deutsche Regisseur André Erlen hat dieses theatralische Musikstück mit vier Schauspielern aus drei Ländern in vier Sprachen inszeniert und unterstreicht damit, daß die Fragwürdigkeit von Welt und Kunst über Sprachen- und Ländergrenzen hinweg in den Seelen brennt.














Instrumentaltheater und der Instrumentalschauspiel

„Ich mag das vieldeutige, geheimnisvolle, anachronistische Theater, wo weder Personen noch Raum und Zeit eindeutig sind. Leben wir nicht in einer geheimnisvollen Welt? So soll das Theater ein wenig davon zeigen.“ (Boguslaw Schaeffer)

Die Möglichkeiten des Theaters sind für Schaeffer ähnlich groß wie die der Musik. Mit seinen Kompositionen für Schauspieler hat er die Grenze der Musik überschritten, z.B. mit Stücken wie Quartett für vier Schauspieler oder Szenar für einen nichtexistierenden jedoch möglichen Instrumentalschauspieler. Er hat sie eigens für seine Musik erfunden. Sie sind Musik für Schauspieler; Stücke für Schauspieler.

Der Schauspieler Jan Peszek schrieb dazu: „Man kann nur schwer von einer Schaeffer-Methode reden. Es handelt sich vielmehr um spezifische Aufgaben, die sein Theater an den Schauspieler beim Aufbau seiner schauspielerischen Wirklichkeit und Ausführung der Darstellertätigkeit stellt. Die Fähigkeit, eine Spannung in eine Rolle einzubauen, habe ich hauptsächlich durch die Zusammenarbeit mit Schaeffer erworben. Als unsere Zusammenarbeit begann, erfreute sich die Methode der Kollage in mehreren Bereichen der Kunst besonderer Popularität. Wie wirkte sich das auf unsere Arbeit aus? Kurz gesagt: indem wir Spannung durch Zusammenstöße von scheinbar absolut zusammenhangslosen Elementen erzeugten. Aus diesen dynamischen Zusammenstößen ergab sich die Handlungsexpression.
Schaeffer ist ein sehr vielseitiger Künstler. Neben seiner Tätigkeit als Graphiker hat er in Polen die Partituraufzeichnung eingeführt, die »graphische Musik« genannt wird. In erster Linie ist und bleibt er ein Komponist, Musiktheoretiker und musikalischer Visionär. Alles was er macht, hat einen musikalischen Hintergrund. So verhält es sich auch mit seiner Theatertätigkeit. Wenn er an einem Drama schreibt, so gibt er ihm z.B. die Form eines »Rondo«. Er gestaltet es mit zwanzig und mehr Szenen, die mit Musikterminologie versehen werden. Diese bezieht sich nicht nur auf den Rhythmus, die Spannung oder den Charakter des Dramas, sondern sie hat auch viele rein musikalische Aufgaben zu erfüllen...“





Über den Autor Boguslaw Schaeffer

Geboren wurde Boguslaw Schaeffer am 06.06.1929 in Lviv/ Lemberg. Schon früh begann er sich für Musik zu interessieren, lernte Geige zu spielen und schrieb als Jugendlicher erste Kompositionen. Nach dem Abitur 1949 (in Opole/ Oppeln) nahm er ein Studium an der Staatlichen Musikhochschule (in Krakau) in der Kompositionsklasse von Artur Malawski auf. Ab Okt. 1949 dann zusätzlich ein Studium der Musikwissenschaft an der Jagiellonen – Universität bei Prof. Z. Jachimecki (Schüler von A. Schönberg), das er 1953 beendete. Das Studium an der Musikhochschule brach er ab und bildete sich fortan selbst weiter.
Ab 1959 arbeitete er ausschließlich als Komponist und ab 1963 wurde er Dozent für Komposition und Theorie an der Staatlichen Musikhochschule in Krakau. Zur gleichen Zeit entstanden erste Bühnenkompositionen für die Krakauer Gruppe MW2, die die Avantgarde der Musik und der bildenden Kunst vereinigte. 1965 habilitierte sich Schaeffer in Komposition an der Musikhochschule in Warschau. Ab 1986 unterrichtete Schaeffer dann auch Komposition am Salzburger „Mozarteum“.

Boguslaw Schaeffer gehört zur „Avantgarde der Avantgarde“ der polnischen zeitgenössischen Komponisten und sein musikalisches Schaffen ist stilistisch nicht festzulegen. Ihm mangelt es dabei nicht an künstlerischer Charakteristik, sondern vielmehr er besitzt ein Übermaß an Eigenheiten. Schaeffers Werk zeichnet sich vor allem durch seine absolute Kompromisslosigkeit in der Suche nach Neuem aus. Als Komponist sieht er seine Bestimmung darin, die Musik zu erneuern, ihre Möglichkeiten zu erforschen und sie zu bereichern. In seinem Schaffen geht er immer wieder neue Wege, experimentiert und bringt eigene, individuelle Innovationen hervor.





Anmerkungen zum "Quartett für 4 Schauspieler"

Ein radikales Beispiel für Instrumentaltheater und Szenencollage ist das Quartett für 4 Schauspieler.
Ein Quartett aus erster und zweiter Geige, Bratsche und Cello tritt an zu einem klassischen Konzert, doch das Stück sieht keine anderen Instrumente vor als die Schauspieler selbst. Ohne Instrument betreten die Schauspieler entschlossen die Bühne, um ihr harmonisches Mormorando zu spielen. Die Harmonie muss jedoch individuellen Obsessionen weichen: die Schauspieler verstricken sich in Auseinandersetzungen hinsichtlich der Transzendenz in der Musik und machen auch vor privaten Entblößungen, wie man sie aus TV-Talkshows kennt, nicht halt.





Zur Inszenierung

1. Das Stück hat die Kunst selbst zum Thema. Im Mittelpunkt steht der unaufhaltsame Drang zu individuellem Ausdruck und Selbstdarstellung, und zu welch "hohen" und demütigen Ergebnissen dieser den Menschen führt. Daß des einen Leid des anderen Heiterkeit garantiert bedarf kaum der Erwähnung...

2. Das "Quartett" dient als Parabel über die "Vielstimmigkeit" der Welt. Die Protagonisten als Träger unterschiedlicher Ideologien, Kulturen und privater Ambitionen verdeutlichen die Unvermeidbarkeit von Konflikten und lassen erahnen, daß ein "Kampf der Kulturen" schon im kleinen Rahmen entfachen kann.

3. „Quartett für 4 Schauspieler“ ist ein zeitgenössisches Konzert mit den Mitteln des Theaters. Die Schauspieler bauen eine direkte Beziehung zu den Zuschauern auf. Sie erleben sich nicht nur als „Zuschauende“, sondern auch als "Beteiligte" der Ereignisse und die scheinbar kunstspezifischen Probleme werden ihre eigenen. Dadurch erklärt sich, warum alle Stücke von Schaeffer ein breites Publikum ansprechen, und damit die Behauptung widerlegen, Kunstreflektion sei elitär.







2) Informationen über die Gruppe:

André Erlen und Mariana Sadovska erarbeiten mit dem von ihnen in 2002 gegründetem Künstlerkollektiv evoé performing artists [düsseldorf] schon das dritte Theaterprojekt in Düsseldorf. Die beiden ersten Produktionen „Szenar für einen nicht existierenden, jedoch möglichen Instrumentalschauspieler“ und „Quartett für 4 Schauspieler“ haben bereits in Düsseldorf ein breites Publikum angesprochen. Die Stücke wurden außerdem zu Gastauftritten und Festivals im In- und Ausland eingeladen:

„Szenar“ bereiste als Düsseldorfer Produktion mit Unterstützung des Goethe Instituts Deutschland, die USA, Israel, Polen und die Ukraine:Internationales Festival Theater + Religion SCENA 2002, HannoverInternationales Theaterfestival GOLDEN LION 2002, UkraineREVOLUTIONS International Theater Festival 2003, New Mexico, USAGastspiel im TRILOGY THEATRE 2003, New York City, USAGastspiel im GROTOVSKI ZENTRUM 2003, Breslau, PolenInternational Workshop Festival 2003, Tel Aviv, Jerusalem, Israel
In Vorbereitung:USA- Tour 2004: New York City, San Francisco, PortlandGastspiel in Genua, Italien, Kulturhauptstadt Europas 2004
Der noch frischen Inszenierung des „Quartetts“ liegen nach der Schweizer Premiere ebenfalls Reisepläne vor. Auf Anfrage der Staatskanzlei NRW wird eine Gastspielreise nach Schlesien (Polen) vorbereitet. Weitere Einladungen:Grotovski Zentrum in Breslau, PolenInternationales Theaterfestival BERESILLA, Kiev, Ukraine
Daß unsere Produktionen großes Interesse erwecken zeigt sich auch daran, daß wir bereits für unsere geplante Aufführung „Der Fall Schreber“ (Koproduktion mit posttheater.berlin und théâtre pour le moment / bern) eine Einladung des Sommerkunstprojekts Rohkunstbau – Schloß Groß Leuthen haben



evoé performing artists [düsseldorf]

evoé wird von André Erlen (Maler und Theatermacher) - in künstlerischer Zusammenarbeit mit Mariana Sadovska (Musikerin/Sängerin) geleitet. evoé ist ein Zusammenschluß von Künstlern, die der "bewegten" Kunst nachgehen. Alle Beteiligten arbeiten ursprünglich in unterschiedliche künstlerischen Bereichen. Die Projekte von evoé suchen Verknüpfung und Austausch dieser Genres, um das künstlerische Potential zu erweitern. Dabei folgen die künstlerischen Ergebnisse keiner Dogmatik, sie können sogar stark voneinander abweichen und somit das Bild von evoé immer neu definieren. Trotzdem hat eines Bestand: evoé glaubt an die Ewigkeit des Augenblicks.



théâtre pour le moment (tpm)

Das tpm wurde 1981 in Bern (CH) gegründet und versteht sich als Ensemble; die Kontinuität der Zusammenarbeit seiner Mitglieder ist einer der Grundgedanken. Ein anderer Eckpfeiler der Theaterarbeit ist die Zweisprachigkeit. Fast alle Produktionen der letzten Jahre vereinten Deutsch und Französisch auf der Bühne: In der mehrsprachigen Schweiz ist das tpm eines der wenigen Ensembles, die sich dieser Realität stellen. Das Repertoire des tpm besteht aus Theaterstücken, Adaptionen von nichttheatralischen Texten, sowie aus Eigenkreationen. Neben regelmäßigen Aufführungen in der Schweiz zeigt das tpm seine Produktionen auch im Ausland, bisher u. A. in Frankreich, Deutschland, Bulgarien, Indonesien, Polen und Belgien.





Lebensläufe:

André Erlen, geb.1974 in Köln, 1995 - 2002 Studium der Freien Kunst (Bildhauerei und Malerei) an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Gerhard Merz und Prof. Irmin Kamp, 1991-2001 Mitglied Actors' Studio Pulheim. Teilnahme am Ausbildungsprogramm des Studios (bei M. Nocon, J. Stuhr, O. Szwaiger, K. Micklaszewski, Jan Peszek, Z. Zajancowna und Schauspielern des Teatr Gardzienice) und an allen Produktionen des Ensembles. Theaterregie: „Quartett für 4 Schauspieler“ von B. Schaeffer, April 2003, Premiere: Forum Freies Theater Düsseldorf, Dampfzentrale Bern, Gastspiele 2004: Zürich, Ahrau, Breslau, Lemberg
"Du - Die Stadt" von Fiona Tempelton, Juni 2002, Co-Regie, Regie: Judith Wilske, Produktion: Kampnagel Hamburg
Ausgewählte Produktionen als Schauspieler: Theater: „Szenar für einen nicht existierenden, jedoch möglichen Instrumentalschauspieler“ (Solo); Regie: Jan Peszek, Produktion: evoé performing artists , Premiere April 2002 “Why do you shop?” 1999-2002 (Performance und Co-Regie), Regie: Judith Wilske, Produktion: Kampnagel/Hamburg, Gastspiele: Volksbühne/ Berlin, Kanoonhallen/ Kopenhagen, u.a. "Emigranten" 1998-2001von S. Mrozek (AA), Regie: Michal Nocon, Produktion: Actors´Studio Pulheim und théâtre pour le moment, Gastspiele: Weimar, Leipzig, Bonn, Köln, Bern, Ahrau, u.a. „Woyzeck...Versuche" 1997-2000 nach G. Büchner (Woyzeck), Regie Michal Nocon, Produktion: Actors´Studio Pulheim, Gastspiele: Kairo/Ägypten, Girona/Spanien, Klodzko/Polen, Hronov/Tschechien
Film: „Visa-vi“, D 2003, 20 min., 35 mm farbe, (Andreas), Regie: Jonas Schmager, Drehort: Prag, Produktion: Island Productions/Berlin
„Gesucht wird Benjamin Peret“, D 2002, 11 min., 16mm farbe, (Duchamp), Regie: Bernd Fingas, Drehort: Düsseldorf, Produktion: Kunstakademie Düsseldorf



Mariana Sadovska, geb. ´72 in Lemberg (Ukraine), Ausbildung als Pianistin, ´98-´90 Les Kurbas Theater Lviv, ´91-´01 Teatr Gardzienice/Polen: Sie spielte in allen Produktionen und war für das Stimm- und Gesangstraining des Theaters verantwortlich (u.a. Royal Shakespeare Company - GB, Benigton Collage - USA, La MaMa Theatre - New York), 2001 Stipendium in New York, Solo- und Ensemblekonzerte, Resident Artist am La Mama Theater (nyc), Leitet Gesangsworkshops. Musikdramaturgie für „Quartett für 4 Schauspieler“ von Boguslaw Schaeffer, Regie: André Erlen am FFT (2003), „Callings“ Musicperformance mit Victoria Hanna in New York, Jerusalem, Tel Aviv, Warschau und Breslau (2003), Stimmtrainerin für „Gertrud“ nach Einar Schleef auf Kampnagel (HH 2003)




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